Nun ist auch die zweite Woche schon rum und es ist wieder einiges passiert… Ich sitze gerade im Hostel in Bodø, um hier die Nacht zu verbringen und dann morgen mit der Fähre auf die Lofoten zu schippern, wo ich dann die letzte Woche nochmal so richtig genießen werde…aber vorher will ich Euch natürlich nicht vorenthalten, was so alles los war.
Stavanger
Da in Kristiansand ja nicht so besonders viel los war, dazu noch das Wetter nicht besonders toll war und auch so bleiben sollte, hab ich am Donnerstag spontan mein Scanrail-Ticket genutzt und mich auf einen Tagesausflug nach Stavanger begeben. Nur 3h Zugfahrt und schon war ich da …das war damit die bisher kürzeste Stecke . Und die Fahrt dorthin hatte sich wirklich gelohnt! Über Stavanger strahlte wieder die Sonne und die Stadt war wirklich schön. Ich hab mir alles angeguckt, was man sich bei 4 h Aufenthalt so angucken kann und hab die Atmosphäre in dieser kleinen Hafenstadt mit ihren engen Gassen und den vielen schönen Holzhäuschen genossen. Nicht überall waren sie so bunt wie auf dem Bild, aber ich fands witzig …
Im Sommer fahren von hier dann Boote zum Preikestolen, das ist eines der beliebtesten Postkartenmotive…ein riesiger Felsen, auf den man raufklettern kann, es gibt kein Geländer und keine Absperrung und mehrere hundert Meter unter einem befindet sich der Fjord…ich glaub das ist einer der schönsten Aussichtspunkte Norwegens und im Sommer muss ich da unbedingt nochmal hin. Jedenfalls war Stavanger schön und ich war froh, dass ich das gemacht hab.
Oslo
Am Freitag ging es dann nach Oslo, ich war schon gegen 14.00 Uhr da und dachte mir, ich könnte ja erstmal das Skispringen-Ticket-Problem in Angriff nehmen. Gesagt getan. Der Mann im Tourist Office meinte, es gäbe noch genug Tickets (große Erleichterung), und diese würden bei der Post verkauft (das ist in Norwegen meistens so, hätte ich auch von selbst drauf kommen können…). Da die nächste Post gleich daneben war, zog ich meine Nummer (das ist in Norwegen auch immer so ), wartete brav und erklärte schließlich der Dame am Schalter, dass ich doch gerne ein Ticket fürs Skispringen am Sonntag haben wollte. Tja, die gute Frau war damit ein wenig überfordert (das kam mir irgendwie bekannt vor!!), aber sie gab sich die größte Mühe und druckte mir ein Ticket aus. Als ich wieder draußen war, warf ich nochmal einen Blick drauf und stellte fest, dass es die Aufschrift: „Nordisk K., Hopp 10.00, Langrenn 12.30“ trug. Das wiederum sagte mir, dass ich das falsche Ticket hatte, denn Nordische Kombination war ja was anderes…ich also wieder zur Post, Nummer gezogen…natürlich nicht bei der gleichen Frau gelandet, selbes Spiel von vorne. Nun ja. Erlärt mal ner Post-Frau, dass Nordische Kombination und Skispringen nicht dasselbe sind. Oh je…schwierige Geburt. Sie wusste dann jedenfalls nicht mehr weiter, sie sah keine andere Möglichkeit, das Ticket in ihrem Menü auszuwählen und sagte mir, ich soll doch mal bei der Ticket-Hotline anrufen und mir ne Nummer geben lassen…das wiederum hat mich nun überfordert. Was denn für ne Nummer? Ich hab überhaupt nicht kapiert, worum es ging. Aber mir blieb ja nix übrig, ich bin also ans (zum Glück wenigstens kostenlose) Telefon gestürmt und hab da angerufen. Die gute Frau hat mir wirklich geholfen und mich verstanden und gewusst was ich von ihr wollte …fand ich gut, wo nicht mal ich das wusste . Ich hab dann von ihr ne Art Reservierungs-Nr. bekommen, die hat dann die Postfrau (nach erneutem Nr.-ziehen, warten,…) in ihren PC eingegeben und heraus kam ein Ticket (coole Sache!!)…auf dem wieder Nordisk K. stand!!! Spätestens zu diesem Zeitpunkt hab ich das alles gehasst…ich hatte meine Scheiß-Kraxe aufm Rücken, bin in diesem Postamt auf- und abgelaufen und wollte doch einfach nur ein dummes Ticket haben! Nun ja, hab ich also wieder die Frau bei der Ticket-Hotline angerufen, war natürlich ne andere Tante, also wieder das Problem geschildert, und siehe da, endlich hatten wir eine Lösung! Ich hatte natürlich wieder viel Wind um nix gemacht, denn das Ticket war richtig, weil es für alle Wettbewerbe gilt…aber das müssen die doch bei der Post wissen! Hab mich echt gefragt, ob ich die einzige Kundin bin, die da so’n Ticket gekauft hat. Naja, wohl nicht, aber bestimmt die einzige, die Angst hat, dass das Ticket falsch ist …ich wollt ja nur sichergehen, dass ich dann auch wirklich zu meinem Springen darf *g*.
Aber es ist nicht so, dass das die einzige „Katastrophe“ geblieben wäre. Als nächstes fuhr ich zum Hostel. Dort angekommen (es lag auf nem Scheiß Berg und ich war echt am Ende, als ich da oben war), erklärte mir die (zugegebenermaßen wirklich sehr nette) Frau an der Rezeption, dass sie meinen Namen nicht auf der Liste hätte. Im Klartext: kein Bett für mich! Ich erinnere aber kurz daran, dass an diesem WE in Oslo Holmenkollen-Festival war und damit jedes Bett dieser Stadt belegt war…na ich war vielleicht bedient! Wie konnte das denn nun wieder sein? Ich hatte das Hostel übers Internet reserviert, hatte brav meine Buchungsbestätigung ausgedruckt und die Zahlung lief sowieso über Kreditkarte…also wollte ich auch mein Bett! Es stellte sich dann heraus, dass meine Buchung für Juni statt für März im Hostel-Buchungssystem eingetragen war. Wer auch immer das getan hat, es war jedenfalls falsch. Die Frau an der Rezeption, die sich (und in diesem Fall war ich wirklich froh drüber) als Deutsche entpuppte, versicherte mir aber, dass wir das hinkriegen, lud mich auf einen Kaffee ein und organisierte in der Zwischenzeit, dass in einem der 4er-Zimmer eine Couch zum Bett umgewandelt wurde und ich somit einen Schlafplatz hatte! Puh…da war ich aber froh! Als ich dann endlich meine Kraxe abgestellt hatte, bin ich nochmal in die Stadt, um schon mal ein bisschen Oslo auszukundschaften. Mittlerweile war es zwar fast dunkel, aber einen Überblick hab ich mir trotzdem schon mal gemacht und ein paar Sachen abgeklappert, um dann am Samstag zumindest schonmal zu wissen, wo ich überall hin wollte/sollte.
Als ich dann abends im Hostel noch ne nette Kanadierin kennengelernt hab, war meine Laune wieder auf dem Wege der Besserung und der Tag war gerettet…und das Wochenende in Oslo sollte dann wirklich schön werden.
Am Samstag bin ich dann richtig früh los - endlich gabs mal vernünftiges Frühstück – und hab echt alle Sehenswürdigkeiten abgeklapptert. Ich hab das Schloss, die Uni, das Nationaltheater, das Parlament, den Hafen, das Rathaus, den super-schönen Vigelandspark (ein Park mit ganz vielen Skulpturen von Herrn Vigeland) gesehen und war dann noch im Norsk Folkemuseum, wo eine original norwegische Stabkirche wiederaufgebaut worden ist und auch sonst viel über norwegische Kultur und Gebäude aus der Historie der Norweger zu erfahren war. Aber ich war zugegebenermaßen eher wegen der Stabkirche da …
Am Abend hab ich dann die nächste Kanadierin kennengelernt. Auch wenn ich es nicht sooo toll war, dass durch das 4-Bett-Zimmer die Nächte immer recht kurz waren, immerhin hat man in Oslo mal Leute getroffen und kennengelernt, was in den anderen Hostels eher weniger der Fall war…Norwegen im Winter eben
So, und dann war er da, der große Tag: am Sonntag bin ich dann ganz zeitig zum Holmenkollen gefahren. Da Oslo eben nun im Gegensatz zu anderen norwegischen Städten nicht wirklich fußläufig zu bewältigen ist, musste ich dafür fast ne Stunde mit Bus und U-Bahn fahren, aber dann war ich da…der Ausblick auf den Oslofjord von da oben war schon mal sehr beeindruckend, natürlich war mal wieder bestes Wetter. Ich hatte allerdings leichte Bedenken, dass ich zur Eissäule erstarren würde, da am Freitag und Samstag Temperaturen bis -20°C herrschten und ich auch für Sonntag so was erwartet hatte. Aber die Sonne war so warm, dass ich mir sogar nen Sonnebrand geholt hab!! Um 10.00 Uhr gings dann erstmal zur „Erwärmung mit dem Springen der Kombinierer los, die springen ja nur einen Durchgang und danach ist dann Langlauf. Hab ich mir alles angeguckt, Springen war ganz nett, man konnte sich schon mal orientieren, was die Weiten anging…aber das Stadion war noch ziemlich leer. Das änderte sich dann allerdings beim Langlauf, das Skistadion war brechend voll, ich war von lauter Deutschen umgeben und am Ende hat dann auch noch Björn Kircheisen (Deutscher ) gewonnen…aber ein Norweger ist immerhin 2. geworden. Und da war die Stimmung wirklich super.
Gegen 14.00 ging dann das richtige Springen los. Ich muss wirklich sagen, dass ich von der Atmosphäre in diesem Stadion echt begeistert war. Ich hab noch nie so ausgelassene Norweger gesehen, es war wie ein großes Volksfest, es wurde jeder Springer gefeiert, aber die Norweger natürlich im Besonderen. Es kam schon fast Gänsehautstimmung auf, wenn jeder Norweger seine kleine Norwegen-Fahne schwenkte und laut grölend den Springer von der Schanze schrie…wirklich schön Und dann war da noch der Nachhause-Weg…hab noch nie einen so gut organisierten „Abtransport“ von 35.000 Leuten miterlebt. Die Bahnstation war abgesperrt und man durfte nur mit gültigem Ticket durch oder musste eben eins erweben (sehr clever die Norweger!!), dann gabs Sonder-U-Bahnen und es wurden immer nur so viele Leute durch die Ticketkontrolle gelassen, wie in die nächste Bahn passten. Kein Drängeln, keine ungeduldigen Menschen…im gegenteil, die Stimmung war so gut, dass die Norweger sogar noch während des Wartens auf die Bahn „La-Ola-Wellen“ durch die Mengen geschickt haben. War wirklich witzig und ich war ehrlich gesagt fast froh, dass das Springen in Trondheim damals ausgefallen ist und ich deshalb in den Genuss des Holmenkollen-Events gekommen bin.
Trondheim & Bodø
Gestern bin ich dann von Oslo nach Trondheim gefahren, war wieder mal von der vorbeirauschenden Winterlandschaft begeistert und kam dann nachmittags in der WG an, hab dann meine Wäsche gewaschen und mich von den Jungs bekochen lassen …das war sehr cool. Ich hab dann in Trondheim übernachtet und bin heute früh nach Bodø gefahren, wieder mal 10h strahlender Sonnenschein, traumhafte norwegische Landschaft und am Ende ein nettes Hostel-Zimmer. In Bodø selbst war nicht viel los, aber ich bin hier sowieso nur, weil die Fähre auf die Lofoten nur 1mal täglich fährt…also werd ich die morgen Nachmittag nehmen und dann nochmal 3h auf den Bus warten, denn der fährt auch nur 4mal täglich *g*…wie ihr seht wird das Idylle pur …
So, das war dann mein (etwas ausführlich geratener) Wochenbericht… Bis bald Eure Doreen
So, da sitze ich nun in Kristiansand im Hostel und hab mal ein bisschen mehr Zeit, um Euch Bericht zu erstatten. Die erste Woche ist nun fast schon rum und es ist natürlich ne Menge passiert. Ich hab schon ein ganzes Stück des Weges geschafft, hab einige Zeit in Bus und Bahn verbracht und viel Norwegen gesehen. Und das zumeist bei strahlendem Sonnenschein, denn sobald ich den Bus oder die Bahn betreten hab, lachte die Sonne über Norwegen…das machte zwar das Fotografieren nicht unbedingt leichter, aber meine Eindrücke kann sowieso kein Bild wiedergeben, aber die kann mir eben auch niemand nehmen. Und ich wusste schon am ersten Tag, dass es eben doch die richtige Entscheidung war, sich nicht von der Jahreszeit abschrecken zu lassen und die Reise durch dieses schöne Land in Angriff zu nehmen. Auch wenn Norwegen sicher kein Land für Städtetouristen ist und man ohne Auto meist nicht weit kommt
Ålesund
Um von Trondheim nach Ålesund zu gelangen, musste ich 7h mit dem Bus fahren. Und man soll gar nicht glauben, wie viele Menschen mitten in der Woche nach Ålesund wollen…der Bus war gut gefüllt und ich hab mich ein bisschen wie ein Tourist gefühlt, als ich die ganze Zeit mit der Digicam an der Scheibe klebte und alles festhalten wollte Aber die Landschaft, durch die wir fuhren, war einfach toll. Es ging wieder durch Molde und Kristiansund, wo ich ja mit Helena und meinem Besuch aus Hamburg schon war, durch Tunnel und mit Fähren über Fjorde, mitten durch durch die besten Skigebiete, wo wir dann auch dauernd anhielten, um irgendwelche Wintersportler ein- und auszuladen, und irgendwann waren wir dann da - in der schnuckeligen Hafenstadt Ålesund. Das Hostel hatte ich erstaunlich schnell gefunden und da es noch nicht ganz dunkel war, bin ich auch nochmal durch die Stadt gelaufen…und musste feststellen, dass diese dann doch nicht ganz so groß war, wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber ich nahm mir dann mehr für den nächsten Tag vor.
Gesagt, getan…ich startete schon ziemlich früh und wollte auf einen schönen Aussichtspunkt klettern. Der Weg dorthin begann quasi direkt hinter meinem Hostel, nur leider ist ja Winter und ich musste gleich am ersten Tag erleben, dass das eben doch einige Nachteile mit sich bringt…der Weg zum Aussichtspunkt war komplett vereist, führte aber logischerweise ziemlich steil bergan, so dass ich sicher irgendwie hoch- aber bestimmt nicht wieder heil runtergekommen wäre…denn der Abhang war nicht so ganz ohne und es wäre auch auf dem Hosenboden rutschend nicht ganz ungefährlich gewesen…und da ich ja heil wieder nach Hause kommen sollte, musste ich dann schweren Herzens auf halbem Wege wieder umkehren und mich mit den Postkarten begnügen, die mir die Aussicht von da oben vermittelten. Hm Ansonsten gab es in Ålesund nicht so wirklich viel zu sehen. Die Stadt war zwar wirklich niedlich, ganz anders als die Städte mit den vielen Holzhäusern, die ich bisher so kannte…hier gab es eben viele Jugendstil-Bauten, einen schönen Hafen und die Lage am Meer mit den die Stadt umgebenden Inseln und dem nahen Gebirge war wirklich reizvoll. Im Sommer gibt’s auch viele Bootstouren, die einen auf diese Inseln bringen…die Boote fahren aber im Winter nicht :-/
So war ich nicht besonders traurig, dass es am Freitag dann nach Bergen gehen sollte…
Bergen
Nach 9,5h Busfahrt hatte ich dann endlich Bergen erreicht. Wieder ging es durch die schönsten Fjord-Landschaften, wieder war der Himmel über Norwegen so blau wie er nur sein konnte. Unterwegs überquerte ich mit der Fähre den größten Fjord Norwegens…und das ist der Sognefjord, wie alle von Euch wissen müssten, die im Geografie-Unterricht gut aufgepasst haben … In Bergen angekommen musste ich erstmal feststellen, dass sich mein Rucksack langsam in seine Einzelteile auflöst…jedenfalls ist mir der Verschluss vom Hüftgurt abgebrochen und nun kann ich den nicht mehr zukriegen, da kommt einem der Rucksack gleich nochmal 10kg schwerer vor
In Bergen sollte ich nun kein Hostel aufsuchen müssen, sondern hatte von Jan eine Adresse von einer Deutschen bekommen, bei der ich übernachten könnte. Wir hatten vorher per mail geklärt, dass ich komme, aber aufgeregt war ich trotzdem, wer und was mich da erwarten würde. Aber eigentlich machte ich mir keine großen Sorgen, denn wenn mir jemand ohne mich zu kennen anbietet, bei sich zu Hause zu übernachten, dann kann diese Person ja eigentlich nur noch nett sein. Und so war es dann natürlich auch. Kareen war super, ich hab mich vom ersten Moment an gut verstanden und so hab ich 4 wirklich schöne Tage in Bergen verbracht.
Am Samstag bin ich nach dem Frühstück (ja, verpflegt wurde ich auch noch!!!) erstmal losgezogen, um die Stadt zu erkunden. Ich wurde ja schon vorher von Åsmund gewarnt, dass es sich nicht lohnt, nach Bergen zu fahren, weil es da ja sowieso nur regnet…und tatsächlich soll es dort 270 Tage im Jahr regnen. Aber als ich da war, hat die Sonne geschienen …und wie! Es hat wirklich Spaß gemacht, einfach durch die Stadt zu laufen, zumal ich mich (warum auch immer) wirklich gut zurechtgefunden hab.
Am Sonntag war ich dann mit Kareen auf dem Fløyen, das ist ein Berg am Stadtrand, auf den man mit einer süßen kleinen Bahn hochfahren kann. Und von dort oben hat man dann einen wirklich traumhaften Blick auf die Stadt und die Umgebung mit dem Meer und den Bergen. Wir wanderten noch ein bisschen in der Umgebung herum, als dann aber das Wetter schlechter wurde und sich damit auch die Sichtweite verringerte, kehrten wir wieder um. Den Abstieg meisterten wir aber diesmal zu Fuß und so hatten wir dann doch einige km in den Beinen und waren ganz schön k.o., als wir wieder in Kareens Wohnung waren.
Am Montag musste Kareen ja dann wieder arbeiten und so erledigte ich noch ein paar Dinge (Zugreservierungen, Hostels umbuchen, e-mails schreiben,…) und verbrachte den Rest des Tages damit, bei dem schönen Wetter durch die Stadt zu schlendern und es einfach zu genießen, Urlaub zu haben
Kristiansand
Da ich auf der Strecke von Ålesund nach Bergen festgestellt hatte, dass ich auf Busreisen keine Ermäßigung bekomme, nur weil ich das Scanrail-Ticket hab (ich hatte das vorher anders im Internet gelesen), hab ich dann nochmal umgeplant und bin nicht über Stavanger nach Kristiansand gefahren, weil ich da die Hälfte der Strecke mit dem Bus hätte fahren müssen. So hab ich dann also gleich den Zug von Bergen nach Oslo genommen und bin nicht ganz bis Oslo gefahren, sondern von Drammen aus dann nach Kristiansund gefahren. Das bedeutete zwar, dass ich 13h lang im Zug saß, damit spare ich mir aber dann, wieder zurück nach Bergen zu fahren. Um diesen Absatz zu verstehen, muss man sich übrigens glaub ich die Karte angucken …
So hab ich nun also gestern die „schönste Bahnstrecke der Welt“ live erlebt, bin mit der Bahn bis auf 1222m hochgefahren, hab also Norwegens höchsten Bahnhof passiert und unterwegs wieder traumhafte Winterlandschaften, Fjorde, Wasserfälle (die um diese Zeit bedauerlicherweise eingefroren sind) & vieles mehr gesehen und bin nach 13h endlich in Kristiansand angekommen.
Hier sitz ich nun. Heute hab ich mir die Stadt angeguckt und wollte (ich hab ja die Hoffnung nicht aufgegeben) auf einen Aussichtspunkt…aber hier war der Weg nicht nur vereist, sondern es lag sogar auch noch ein halber Meter Schnee und der Weg war komplett abgesperrt …also musste ich mich bei nicht unbedingt grandiosem Wetter damit begnügen, durch die Stadt zu laufen. Allerdings war die Fußgängerzone gar nicht mal so uninteressant…wenn mein Rucksack nicht schon so schwer wäre, wär ich sicher im ein oder anderen Geschäft schwach geworden
Morgen werd ich mir dann Stavanger angucken fahren, da ich durch die geänderte Reiseplanung nicht wieder nach Bergen fahre, sondern einen tag länger in Kristiansand verbringe. Aber hier gibt’s nun außer dem wohl super-tollen Tierpark nicht so viel zu erleben. Und da nutze ich doch lieber das Scanrail-Ticket und fahr nochmal ein bisschen durch Norwegen. Und für ein paar Stunden Sightseeing wird Stavanger wohl genug zu bieten haben.
Am Freitag geht’s dann weiter nach Oslo, wo dann am Sonntag das Holmenkollen-Skispringen stattfindet. Drückt mir die Daumen, dass ich noch ein Ticket ergattern kann!!!
So, das ist er nun, der vorläufige Abschieds-Eintrag...5 Monate sind vergangen und nun sitze ich wieder auf gepackten Koffern. Das Praktikum ist vorbei, das Projekt erledigt...
Die nächsten 23 Tage werde ich nun also mit Bus und Bahn durch Norwegen reisen, ich bin gespannt und aufgeregt, freue mich einerseits auf viele Eindrücke, weiß aber auch genau, dass mir ein Monat ohne gewisse Medien ein bisschen schwer fallen wird. Aber vielleicht liegt ja darin auch der Reiz.
Mein Kartographischer Anspruch war es eigentlich, Euch eine eigene Kreation einer Routenkarte anzubieten, aber dafür hat die Zeit am Ende dann doch nicht gereicht...
Meine Reise wird mich also morgen erstmal nach Ålesund führen, weiter gehts nach Bergen, Stavanger, Kristiansand, über Bergen zurück nach Oslo (alles nur, um mich davon zu überzeugen, ob das auch wirklich die schönste Bahnstrecke der Welt ist...), da werd ich dann hoffentlich mein langersehntes Skispringen erleben (Holmenkollen), dann gehts über Trondheim nach Bodø, wo ich dann den nördlichen Polarkreis überquere und hoffentlich einige Nordlichter sehen werde...und zum Schluss eine Woche auf die Lofoten, eine Inselgruppe im Nordwesten. Am 23. März geht dann mein Flieger nach Deutschland...
Ich werde versuchen, unterwegs das ein oder andere Internet-Café ausfindig zu machen und Euch ein bisschen an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen. Ich wünsche sowohl den Daheimgebliebenen als auch den Rückkehrern einen schönen März, wir sehen uns im April in Dresden...
Wie schon angekündigt, hab ich mich ja letztes Wochenende auf den Weg nach London gemacht, um ein kleines Erasmus-Wiedersehen zu erleben. Im Laufe meiner WG-Zeit in der St. Petersburger ist ja doch der ein oder andere Erasmus-Student ein- und ausgezogen…aber die Engländer waren schon diejenigen, zu denen wir den meisten Kontakt hatten. Und Katja war eben auch eine meiner (deutschen) Mitbewohnerinnen, die sich – wie es der Zufall will – gerne mal zu Studienzwecken in London aufhält. Und da man ja internationale connections nutzen, pflegen und ausbauen muss, hab ich das mal in Angriff genommen…also auf in die Metropole. Aber bis ich überhaupt da war, hab ich ja schon wieder einiges zu berichten …
Los gings am Samstag um 5.40 Uhr mit dem allseits beliebten Flybussen zum Flughafen. Ich saß also in der Eiseskälte an der Bushaltestelle rum und war – man beachte die Uhrzeit - nicht wirklich anwesend, dazu noch Musik hörend…da quatscht mich ne ältere Frau auf norwegisch an. Nicht dass ich Expertin wäre, aber dass das keine Einheimische war, hat man gehört. Hab – obwohl ich erst die Ohrstöpsel rausfriemeln musste – mitbekommen, dass sie mich gefragt hat, ob der Bus schon weg ist oder gleich noch kommt…aber wie nun antworten? Nun ja, hab mich dann doch nicht getraut, das auf Norwegisch zu probieren…also Englisch. Und ich weiß nicht was es war…aber die Frau guckt mich an und sagt in einer völligen Selbstverständlichkeit zu mir „Vermutlich sind wir beide Deutsche, oder?“……….*heul*!!!!! Das hat mir ja schon am frühen Morgen den Rest gegeben. Und dann sollte ich mich ein paar Stunden später mit Native-Speakern auseinandersetzen, na toll *grummel*…
Gut, genug rumgeheult, jedenfalls haben wir dann nett geplauscht, auch wenn mein Bedarf an morgentlicher Kommunikation normalerweise eher dürftig ist, aber in dem Fall musste ich fast nur zuhören. Also es handelte sich um eine pensionierte Ärztin aus Berlin, deren Sohn in Norwegen ein Auslandssemester gemacht hatte, sich dann in eine Norwegerin verliebt hatte und dann auch hier geblieben ist…somit war sie hier ihre Enkel und ihren Sohn und seine Frau besuchen, weil sie nach ihrem Rückflug nach Berlin in die 3. Welt fliegt, um dort ehrenamtlich als Ärztin tätig zu sein und – wie sie sagte – man kann ja heutzutage nie wissen, ob man da nochmal wieder kommt…krasse Frau, echt! War wirklich beeindruckend, was die mir so alles erzählt hat. Es ging in unserm Gespräch vor allem um die Unterschiede zwischen den Lebensbedingungen in Deutschland und Norwegen (Gesundheitssystem & Co...), aber als ich ihr von meinem Projekt an der Uni erzählt hab, hatte sie dazu natürlich auch gleich tausend Dinge, die ihr einfielen…war aber nicht schlimm, sondern irgendwie interessant. Hat mich irgendwie beschäftigt, deshalb musste ich Euch das auch mitteilen…
Kurz und gut, sie hat gesagt, wäre sie nochmal jung, würde sie auch nach Norwegen gehen…was mich ja wieder in meinen Auswanderungsgedanken bestärkt hat. Aber das nur nebenbei, ich wollt ja von London erzählen.
Flug nach London war unspektakulär, aber im Anflug auf London konnte man schon erkennen, dass in England schon der Frühling Einzug hält. Also bei uns liegt ja noch ordentlich Schnee, aber dort blühten ernsthaft schon die ersten Frühblüher und wir hatten 10°C
Tim hatte mir erklärt, dass ich von Stansted aus den Zug ins Zentrum von London nehmen sollte, den sogenannten „Stansted Express“, am Flughafen einsteigen und an der Liverpool Street Station wieder aussteigen, das hab ich mir ja grad noch so zugetraut …natürlich steig ich aus meinem Flieger aus, finde den Ticketschalter und was steht da? „No train today“. Na juchu!! Ich war natürlich mit Tim verabredet und der hat gewartet…ok, also bin ich in den Ersatzbus gehopst, von dem aber niemand wusste, wie lange er ins Zentrum brauchen würde. Als der Mann neben mir dann seine deutsche Zeitung und seinen London-Reiseführer rausgeholt hat, musste ich schon wieder grinsen…nirgendwo is man vor den Deutschen sicher!! Angekommen bin ich aber dann irgendwie…und Tim hat auch noch dagesessen, wenn auch ne Weile länger als geplant
Der erste Weg führte uns – natürlich – in nen Pub. Und dreimal dürft ihr raten, wer hier was bestellt hat…nochmal so zur Info: Tim ist Brite . Nachdem dann auch irgendwann Katja eintrudelte und wir die große Begrüßung abgeschlossen und unser Gepäck bei Tim im Hotelzimmer abgestellt hatten, konnte dann die große Sightseeing-Tour losgehen. Ich muss euch ja hier nicht erzählen, was man da alles so sehen kann, die Bilder sprechen für sich und das Englischbuch hat uns ja jahrelang vorgestellt, was es nicht alles so anzugucken gibt …
Zum Abendessen haben wir uns dann ne Pizza im Restaurant gegönnt…was wirklich ein Mega-Event für mich war, da schon eine doofe Margherita in Norwegen 220 kr (25 Eur) kostet …und Tiefkühl-Pizza is eben nicht dasselbe …insofern war London auch kulinarisch eine Reise wert
Und danach ging es wieder ins Pub, wo dann auch noch Graham dazukam, der auch zu den Erasmus-Engländern gehörte, die vor 2 Jahren die St. Petersburger unsicher gemacht haben …wir haben in alten Erinnerungen geschwelgt (macht man eigentlich erst, wenn man wirklich alt ist, aber wir haben das schonmal ein bisschen vorgezogen) und den Abend in zumindest ansatzweise alter Besetzung genossen. Und ich hab mich ein kleines bisschen wichtig gefühlt, dass 2 Engländer anlässlich meines Besuchs extra nach London kommen …
Da Katja irgendwie nicht so richtig fit war und sich das auch zu fortgeschrittener Stunde nicht bessern wollte, hab ich dann Tim überredet, dass ich bei ihm im Hotelzimmer übernachten darf…hat mich zwar einiges an Überredungskunst gekostet, aber am Ende war ich erfolgreich (is nicht so, dass ich bei ihm im Bett schlafen wollte, ich hab mich natürlich brav mit dem Sofa-ähnlichen Etwas zufrieden gegeben). So ist Katja dann nach Hause und ich konnte noch im Pub bleiben…
Weil es in Tims Hotel ab 8 Uhr Frühstück gab, muss man das als Engländer offensichtlich auch ausnutzen *gähn*…auch wenn man erst um 10 Uhr auschecken muss …aber ich wollt ja da übernachten, also musste ich da durch *g*…
Katja und ich haben uns dann nachträglich noch ein englisches Frühstück schmecken lassen…is ja jetzt nicht so mein Ding, am frühen Morgen schon fettiges Zeugs in sich reinzustopfen, aber nun ja…man is ja Touri und muss sich das mal reinziehen. Hab natürlich brav alles aufgegessen. Aber deutsches Frühstück ist mir trotzdem lieber .
Der Sonntag war dann ein bisschen verregnet, aber einige Sehenswürdigkeiten mussten noch abgeklappert werden und so wurde ich Zeuge einer geöffneten Tower Bridge und durfte das Harrods von innen sehen…naja…muss man ja nicht haben, aber schön, dass ich es mal gesehen hab .
Den Rest des Tages hat es dann geregnet und da Tim sich dann auch Richtung Swindon verabschiedet hat, hab ich noch lecker mit Katja gekocht und wir haben den Abend ruhig ausklingen lassen…schließlich musste ich früh zum Flieger und auch die Kaddi musste wieder fleißig aufs College gehen.
Alles in allem war das Wochenende in London wirklich schön, die Stadt gefällt mir sehr, allein in so ’nem roten Doppeldecker-Bus durch die Gegend zu fahren, hat irgendwie was…oder mit Katja im Starbucks das Leben zu genießen …man is ja nur einmal jung *g*…
Und dann natürlich noch der Rückflug…bei Sonnenschein über Norwegens Fjorde fliegen…ein geiles Gefühl!! Ich saß die ganze Zeit mit der Knipskiste am Fenster und hab mir die Nase plattgedrückt. So macht Fernerkundung Spaß!! Also die Norwegerin neben mir hatte sicher ihren Spaß, aber ab und zu hab ich sie auch mal rausgucken lassen
Wie dem auch sei, hiermit ein großes Dankeschön an Katja, Tim & Graham für Unterkunft, Reiseführung und Geduld mit mir, wenn ich doch 20 statt nur 15 erlaubten Bildern an einer Sehenswürdigkeit gemacht hab Ich hoffe ich seh auch die beiden Briten nochmal in Dresden wieder!
Da der Eintrag ja einige Tage auf sich warten ließ, ist nun auch meine letzte Woche in Trondheim fast vorbei, vor lauter Arbeit hab ich aber sowieso keine Zeit, das alles hier noch ein bisschen zu genießen. Aber ich bin weiterhin optimistisch, dass ich das Projekt beende!! *tschakka*
Am Dienstag werd ich dann also die Koffer packen und mein Zimmer ausräumen…und am Mittwoch gehts dann nochmal für 23 Tage durch ganz Norwegen, aber so was wie ne Verabschiedung werd ich sicher noch verfassen!...
So, hier nun also noch der versprochene Nachtrag zu meinem persönlichen Highlight des vergangenen Wochenendes:
Ich hatte ja schon mal was zum Samfundet geschrieben, dem großen runden roten Haus in Trondheim, wo immer was los ist …
Zufällig hatte ich mitbekommen, dass an diesem Freitag ein Konzert der norwegischen Band „Minor Majority“ stattfinden sollte. Immo hatte mir im Vorfeld schon was von denen vorgespielt und da mir die Musik spontan zusagte, haben wir uns am Freitag mal ein bisschen Kultur gegönnt …
Das Konzert fand im Storsalen (=großer Saal) statt, das ist ein großer runder Raum im Samfundet, der wie ein Zirkuszelt aufgemacht ist. Sieht ziemlich lustig aus irgendwie. Jedenfalls war es schon ziemlich voll als wir da ankamen, die Sitzplätze waren schon fast alle belegt und auch die Fläche mit den Stehplätzen füllte sich zusehends. Als die Band dann gegen 23.00 endlich mal loslegte, war ich schon ziemlich überrascht, wie ruhig die Norweger da so blieben…also richtig Stimmung kam nicht auf, aber ehrlich gesagt schiebe ich das auf die norwegische Mentalität, so schnell sind die eben nicht warmzukriegen …
Aber daran haben wir uns nicht gestört, mir hat der Abend und das Konzert super-gut gefallen. Is eben doch was anderes, wenn man den Sound mal live hört und er nicht aus den Laptop-Lautsprechern plärrt. Allein schon die Stimme des Sängers…nebenbei bemerkt sah der Mann aus wie so’n norwegischer Holzfäller, der grad ausm Wald gekommen war *gg*…sehr urig irgendwie, war aber sehr witzig .
Also für alle, die interessiert, wovon ich hier so schwärme, hier noch der Link zur Band und zu einigen Hörproben:
www.minormajority.no
Ansonsten ist diese Woche noch nicht viel passiert…das ganze ist doch sehr arbeitsreich momentan. Nur noch 2 Wochen Praktikum und noch soooo viel zu digitalisieren. Aber ich geb mein bestes, damit das noch was wird. Aber morgen wolln wir mal ins Kino, hab allerdings noch keine Ahnung, was wir gucken. Man(n) ist nicht besonders entscheidungsfreudig .
Dieses Wochenende werd ich dann mal kurz den norwegischen Boden verlassen und nach London düsen, wo ich mich mit Katja (meine ehemalige Mitbewohnerin, die gerade ein Semester dort aufs College geht) und Tim (auch mein ehemaliger Mitbewohner, aber Engländer und mittlerweile erfolgreicher Manager, nachdem er in Dresden alles nötige gelernt hat *gg*) treffen werde und das Wochenende mit den beiden verbringen werde. Wird sicher cool .
Also Dui allein in London, man darf gespannt sein, ob ich den Weg von Stansted in die City finden werde. Vielleicht wird ich mir als angehende Kartographin doch noch nen Stadtplan zulegen, just in case…
Ich wünsche Euch damit noch ne schöne Restwoche, den Leuten in DD eine erfolgreiche Prüfungszeit (ich weiß, bei manchen is schon alles vorbei, aber besser spät als nie ) und ab Freitag dann ein "God helg!"
So, es ist wohl mal wieder an der Zeit, sich mit dem ein oder anderen Blog-Eintrag zurückzumelden. Also an alle, die nachgefragt haben: ja, es geht mir auch ohne Helena gut Nachdem sich nun auch das Wetter wieder beruhigt hat, geht’s mir doch gleich viel besser. Mittlerweile liegt wieder ne Menge Schnee und dazu scheint dann auch ab und zu mal die Sonne, man könnte es fast traumhaftes Winterwetter nennen!!
Die letzte Woche stand ganz im Zeichen unseres Projektes…ich glaub ich hab schon mal erwähnt, dass wir (also jetzt noch ich) seit Weihnachten ethnische Gruppen digitalisieren. Ziel ist es dann später, diese Gruppen wieder mit den Konfliktpolygonen zu verschneiden und zu gucken, was die ethnische Herkunft mit einem Konflikt zu tun hat. Dieses Ethnik-Projekt kommt aus der Schweiz von der ETH Zürich (für alle Nicht-Kartos: Eidgenössische Technische Hochschule), und da schreibt gerade ein gewisser Nils seine Doktorarbeit drüber. Naja, und da wir ja freundliche Praktikantinnen sind (oder besser: wir hatten keine Wahl ), digitalisieren wir eben die ethnischen Gruppen der Welt. So um ne kleine Größenordnung abzuliefern: Ich hab Russland noch nicht fertig, aber da hab ich jetzt schon 2000 Polygone gebaut…und das zieht sich bisschen wie Kaugummi …
Wie dem auch sei, letztes Wochenende war jedenfalls dieser Nils nach Trondheim gekommen, um mit Jan ein paar Projekt-Details zu klären und ein bisschen mit ArcGIS rumzuspielen. Jan und Nils verstehen sich blendend und ergänzen sich ziemlich gut. Ich fühlte mich die ganze Zeit, als wäre ich von 2 kleinen Jungs umgeben, die sich gegenseitig anstachelten, wer mehr Blödsinn aushecken würde …es war sozusagen sehr lustig. Da Nils bei Jan und Diana zu Hause nächtigte, hat Jan wohl auch jeden Abend für ihn gekocht. Nils hat mir das immer als sehr rituelles Ereignis beschrieben, ich glaub das war wirklich ein erlebnisreicher Aufenthalt für ihn…jedenfalls haben Diana und Jan aber am Dienstag Abend immer Spanisch-Kurs und da konnte Jan nun unfortunately nicht kochen. Also hatte er sich überlegt, dass sie ja nach der Arbeit was essen gehen könnten. Nils hatte dann den Plan entwickelt, dass ich ja mitkommen könnte und ihm danach dann die Stadt und Trondheims Nachtleben näher bringen könnte, während Jan und Diana Spanisch lernen würden. Gesagt getan, es war ein wirklich witziger Abend . Nils war wirklich super-nett und hat mir viel aus seinem bewegten Leben erzählt …achso, zur Einordnung: er ist 29, studierter Informatiker, hat ein halbes Jahr in Ecuador Praktikum gemacht und seine Diplomarbeit in Neuseeland geschrieben und hat jetzt nen echt guten Job an der ETH bei den Friedensforschern…so kanns gehen!…jedenfalls hab ich jetzt echt gute ETH-connections, so was kann ja nie im Schaden sein …nach ihrem Spanisch-Kurs gesellten sich dann auch Jan und Diana wieder zu uns und so waren wir wieder „komplett“ und wechselten die Sprache *g*. Aber auch das geht mittlerweile eigentlich ganz gut.
Fazit des Abends: 1l Bier in Norwegen kann ganz schön was bewirken, wenn man nix mehr gewöhnt ist .
Ansonsten war die Woche sehr arbeitsreich und auch das Wochenende hab ich komplett an der Uni verbracht (also heut hab ich schon und morgen mach ich noch). Denn so nett das ganze mit den beiden auch war, sie haben trotzdem nicht vergessen, mir desöfteren mitzuteilen, dass ich das Projekt unbedingt bis Ende Februar beenden muss….kamen dann aber immer mit netten „Zusatzaufgaben“ an, so nach dem Motto: „Doreen, kannste nicht mal schnell…“…naja, man kennt das ja. Dauert dann den halben Tag, dann kommt noch so’n Sprachkurs in die Quere und schon is der Tag rum …am Donnerstag sind die beiden dann nach Oslo zu ner Konferenz geflogen und ich hatte endlich mal wieder meine Ruhe …arbeitstechnisch war das wirklich gut. Aber es gibt eben doch noch ne Menge zu tun und so ganz viel zeit bleibt ja nicht mehr…aber ich hoffe immer noch, dass ich es irgendwie hinkriege.
Ach, und noch was: am Mittwoch teilte uns dann unsere Sprachkurs-Lehrerin mit, dass dies die letzte Stunde sein würde, da das International Office beschlossen hatte, unseren Kurs 3 Wochen früher als geplant abzubrechen und lieber noch einen neuen Kurs zu starten für die Nachzügler, die später nach Trondheim gekommen sind...Sparmaßnahmen in Norwegen, dass ich sowas noch erleben muss!!…und da es nur die eine Lehrerin gibt, ist unser Kurs damit beendet. Bin ganz schön traurig, dass es nun also schon wieder vorbei ist, hat mir echt Spaß gemacht. Dann hab ich mich für nen Kurs an der VHS in Dresden angemeldet, aber da hab ich dann einen tag später auch erfahren, dass der schon voll ist. Wenn ich Pech hab, muss ich also bis nächsten herbst warten, bis ich weitermachen kann…bis dahin ist natürlich alles wieder weg, was ich bis jetzt schon kann …aber man gibt ja die Hoffnung nicht auf, dass doch noch jemand absagt und ich dann in den Kurs rutsche . Jedenfalls gefällt mir die Sprache sehr, es ist recht einfach, sie zu lernen und da mich das Land und alles drumherum sehr interessieren, will ich sie auf jeden fall weiter lernen, bis ich dann irgendwann einwanderungs-fähig bin .
Da es diese Woche keine zum Eintrag passenden Bilder gibt, präsentiere ich euch diesmal eine ältere Aufnahme von der Festung Kristiansten, einer gut erhaltenen Festungsanlage, die (wie sollte es anders sein) auf einem Hügel liegt und von der aus man einen wunderschönen Blick auf Fjord und Stadt hat. Von hier aus wurde zu Silvester auch das Feuerwerk losgelassen.
Damit verabschiede ich mich kurzzeitig, komme aber nochmal wieder mit nem Eintrag zum Highlight der Woche ...ihr seid mich also noch nicht los.
Bis dahin haltet euch an das obige norwegische Sprichwort...
Eure Doreen
So, da bin ich nun also allein hier…Helena hat sich gerade auf den Rückweg nach Deutschland begeben und ich sitz nun hier…hm…und da es so gut zur Stimmung passt und ich auch auf norwegisch gerade gelernt hab, übers Wetter zu reden, wird ich Euch mal zeigen, wie gut es Euch geht
Aktuelle Situation:
Die Wetter-Vorschau (wolln wir hoffen, dass es so bleibt!!!):
Nachdem sich nun seit 2 Wochen starke Bewölkung und Regen in den unterschidlichsten Stärken abwechseln und wir passend dazu Temperaturen zwischen 5 und 8°C haben, kriegen die Norweger hier schon Frühlingsgefühle…die rennen hier schon wieder alle in Sommerbekleidung rum …aber ich hoffe ganz stark aufs Wochenende!
Soviel zum Stand der Dinge, werd mich jetzt allein auf den Weg nach Dragvoll machen
Ha det bra, Helena!
CU @ Dresden
Liebe Grüße in wärmere oder kältere, aber zumindest sonnigere Gefilde
Eure Doreen
Wie schon erwähnt, war mal wieder einiges los in und um Moholt Studentby, unserem vorübergehenden Zuhause. Los gings mit dem fast schon obligatorischen gemeinsamen Frühstück in Helenas WG, wobei das fast immer ohne norwegische Beteiligung stattfindet, die brauchen immer bissl mehr Schlaf irgendwie
Danach trennten sich dann erstmal unsere Wege wieder, bis ich dann nen Anruf von Helena bekam: „Du wolltest doch schon immer Skispringen live erleben, oder? Dann komm mal schnell rüber!“ Hm…bin natürlich gleich mal losgesprintet, und was ich da sah, konnte ich erstmal ne Weile gar nicht glauben. Wir hatten zwar schon seit 2 Tagen beobachtet, dass in einer der Häuser direkt neben Helenas WG irgendwas los war, zumindest vernahmen wir verdächtige Geräusche und beobachteten seltsame handwerklich anmutende Vorgänge…wir ließen unserer Fantasie freien Lauf und spekulierten darüber, was die da wohl bauen wollten…aber DARAUF sind wir nicht gekommen…
Aber lassen wir die Bilder sprechen:
Da scheinen sich also ein paar Menschen gedacht zu haben: wenn schon kein Weltcup-Springen in Trondheim stattfindet, dann machen wir eben unser eigenes Event…und dazu bauten sie sich eine eigene Schanze, deren „Schanzenturm“ sich direkt in deren Küche (2. OG) befand *g*…also bissl bekloppt sind die Norweger ja schon …aber lustig wars auf jeden Fall, dem Spektakel direkt vor unserer Haustür zuzugucken!
Im Anschluss an dieses Ereignis haben wir dann ein leckeres Abendessen gezaubert. Dass es auch den Herren der Schöpfung geschmeckt hat, ist daran zu erkennen, dass Åsmund seinen Teller noch brav aufgegessen hat, obwohl er kurz zuvor bereits ne komplette Pizza verdrückt hatte .
Obwohl ich eigentlich danach dann schlapp machen wollte und nach Hause bin, war dem partywütigen Haufen nicht zu entkommen…mir wurde zu späterer Stunde zu Hause aufgelauert und dann gabs kein Entkommen mehr . So sollten wir an diesem Abend mal wieder norwegische Trinkkultur kennen- und lieben lernen…zuerst ging es auf eine Privatparty zu Freunden von Åsmund. Und im Anschluss daran sind wir dann noch ins „Studentersamfundet“. Wie beschreibt man das am besten? Hm, also das ist so’ne Art studentisches Kulturzentrum, in dem sich mehrere Konzertsäle, Bars und Clubs befinden…es ist einfach immer was los und bei Studenten ist es allein schon wegen der für norwegische Verhältnisse erträglichen Preise (50 Kr für 0,5l Bier = 6,25€) sehr beliebt. Mir hats sehr gefallen dort, es war wie alle Locations in Trondheims Nachtleben etwas schicker als man das aus der Dresdner Neustadt gewohnt ist…und wir wie immer under-dressed …aber ich kann ja nix dafür, ich hatte ja nur 5 Minuten, um mich fertigzumachen …
Insgesamt jedenfalls ein schöner Abend!
Heute war dann erstmal ausschlafen angesagt, das Wetter verwöhnt uns in letzter Zeit nicht unbedingt und so haben wir keine weiteren Outdoor-Aktivitäten unternommen…aber wenigstens erreicht uns die russische Kälte nicht …mit freundlichen Grüßen nach Sachsen und Meck Pomm
Heute Abend gehts dann noch zum Film in einen Studentenclub, der vermutlich wegen des Semesterstarts und der vielen erlebnishungrigen Austauschstudenten wieder vollkommen überfüllt sein wird. Wir werden es erleben...
Damit wünsche ich Euch einen guten Start in die Woche, ob ihr nun friert oder schwitzt…
Na das war ja mal wieder ne Woche!! Ich plane eigentlich schon seit geraumer Zeit, mal nen Eintrag zu unserem Projekt zu machen, aber irgendwas kommt da immer dazwischen …und so gibt es in der Zwischenzeit schon wieder so viel zu berichten, dass ich mir das noch (für ereignisärmere Wochen) aufspare
Also zuerst mal war da der Anlass für den obigen (und wie Euch sicherlich nicht entgangen ist norwegisch-sprachigen) Titel. Denn nachdem ich mich nun seit Anfang Oktober darum bemühe, endlich einen Norwegisch-Kurs machen zu dürfen, was erstens mein eigener Wunsch, zweitens aber leider auch Bedingung des Bafög-Amtes war, um mal mein Auslands-Bafög zu bewilligen, war ich sehr deprimiert, als der für Oktober geplante Kurs dann doch nicht zustande kam. So vertröstete mich das "International Office" damals auf den Januar. Und kaum hatte dieser begonnen, erhielt ich auf Nachfrage die Antwort, dass es aufgrund des Semesterstarts in Norwegen und der damit in nach Trondheim strömenden Austauschstudenten zwei Kurse geben würde . Somit besuche ich nun bis Ende Februar den „Survival Course Norwegian“ …der Name lässt ja hoffen *g*…
Da ich nun seit Anfang Oktober auf den Moment gewartet hab, dass mir mal jemand diese Sprache näher bringt (Selbststudium is halt doch nicht so das Wahre…und aus einzelnen Vokabeln, die man im täglichen Leben und im Supermarkt so aufschnappt, kann man halt auch nicht so gut Sätze basteln ), war ich ganz schön aufgeregt, als ich mich von Dragvoll aus auf den Weg nach Gløshaugen machte, wo der Kurs stattfand (siehe Foto). Erstmal hab ich mich ohne Helena gleich mal wieder nicht zurechtgefunden und mich gefragt, wie der Kurs denn in der 4. Etage sein soll, wenn das Gebäude doch nur 3 hat…? Hm, zum Glück hab ich unterwegs nen Italiener aufgegabelt, der dasselbe Problem hatte. Der sah genauso planlos aus wie ich, war also nicht schwierig, ihn ebenfalls als Sprachkurs-Suchenden zu entlarven. Zusammen haben wir dann herausgefunden, dass es noch einen versteckten Seitenflügel gab, der 4 Etagen hatte *g*…
Im Kurs saßen dann 20 Leute, davon 11 Deutsche…wobei ich nicht weiß, ob ich das nun besonders gut finden soll, denn die brabbelten auch alle in Deutsch durch die Gegend…ich hab mich jedenfalls nett mit dem bereits erwähnten Italiener (Matteo), einer Holländerin (Astrid) und einem Deutschen aus Stuttgart (Paul) unterhalten. Und ich war irgendwie froh, dass mal wieder so’n bisschen Seminargruppen-Atmosphäre aufkam…so auf Dauer in unserem Keller mit nem schweigsamen Norweger…naja Jedenfalls werde ich Euch berichten, wie es weitergeht und welche Fortschritte ich so mache
Letzten Mittwoch wurde der Abend genutzt, um Åsmunds Weihnachtsgeschenk - das Spiel „Carcassone“ - gebührend einzuweihen. Nachdem im Vorfeld schon WG-intern geübt worden war und Helena und Åsmund die Regeln verstanden hatten, durften dann auch Immo und ich mitspielen…
Ich kann das Spiel jedenfalls nur empfehlen, es hat relativ einfache Regeln, dauert nicht allzu lange und macht trotzdem Spaß! Vermutlich war es auch deshalb mal Spiel des Jahres
So, da das aber noch längst nicht alles war, werd ich zu späterer Stunde noch nen Eintrag mit den Ereignissen des Wochenendes verfassen. Bis dahin!
Hier noch ein kleiner Nachtrag eines schon etwas weiter zurückliegenden Ereignisses:
Vorletzten Donnerstag waren wir bei Jan und Diana zu Hause zum Essen eingeladen.
Schon allein die Einladungs-Mail war wirklich ein Erlebnis …
Hier ein Auszug:
„Normally we eat at 7 pm – if you like to be polite you should come 15 minutes too late according to Norwegian etiquette (applicable for dinner invitations only).
Our adress is [...].Call or sms + 47 *** if you are lost (just in case … I know you are very good cartographers …).”
Naja, wir haben uns schon irgendwie gefragt, was es mit den 15 Minuten auf sich hatte, aber wir waren wild entschlossen und haben das Haus unserer Gastgeber auch ohne Hilferuf per SMS oder Telefon gefunden (ich hatte ja Helena dabei )…
Zu meinem Erstaunen hatte Jan gekocht (tschuldigung Jungs, aber ich kenn nicht so viele Männer, die gut kochen können und diese Kochkünste trotz Ehefrau auch noch präsentieren…) und so wurde uns ein leckeres 3-Gänge-Menü aufgetischt, Hauptgang: Lachsforelle...und was für ein Teil!! Jan meinte, die hätte er noch schnell vorher im Fjord gefangen. Na klaaaaaaar …
Wie dem auch sei - die Kochkünste unseres Betreuers sind jedenfalls nicht von schlechten Eltern…wenn alle norwegischen Männer so kochen können…na holá! Und ich hab zum ersten Mal in Norwegen Wein getrunken *hicks* (…ich finde das war ne Erwähnung wert )
Jedenfalls war es ein sehr schöner Abend mit den beiden, Diana hatte wie immer viel zu erzählen und so plauderten wir bis spät in den Abend über Gott und die Welt. Im Laufe des Abends wurde dann aus aktuellem Anlass auch ein holländischer Schulatlas rausgeholt (Altbestand von Diana, Holländerin) und Aufklärungsarbeit geleistet, was die Herkunftsorte der deutschen Praktikantinnen angeht. Und jetzt weiß Jan auch, wo Meck Pomm und die Sächsische Schweiz sind…und wenn alles klappt, dann kommen die beiden nächstes Jahr mal nach Sachsen und statten der FeWo von Familie Kusch (Helenas Eltern) mal einen Besuch ab …wir freuen uns drauf!
Und jetzt noch des Rätsels Lösung: Jan hatte um 15 Minuten Verspätung gebeten, weil er nie fertig ist mit dem Essen, wenn die Gäste kommen …